"der entortete Mensch"

Text von Doris Lippitsch

Der Titel der Rückschau impliziert ein Oszillieren zwischen Kulturen, Abart, Asyl, Exil aber auch Bewegung, Beschleunigung und Vernetzung. Diese Verortungen will der Künstler in seinen Arbeiten aufspüren – undefinierte Bewusstseinsräume zwischen Materie und Geist. Ein Schnitt durch van hogens Werk wird präsentiert, Bilder teils aus Sammlungen für die Schau entlehnt. Seine Malereien und Skulpturen zielen auf Möglichkeiten, spielen mit Widersprüchlichkeiten, Hybris und spirituellen Ritualen – bei genauerer Betrachtung mit volatiler, androgyner Ambivalenz – wie schon sein Künstlername ahnen lässt. Was entortet sagt und zu sagen hat, definiert der Betrachter letztendlich für sich selbst.

Wie können Akte dargestellt werden? Für den Maler und Bildhauer bietet die Performance, Körperbemalung, die Möglichkeit, Menschen in Farbe abzubilden. Den Versuch einer Ab-Bildung. Jeder Mensch hat eine bestimmte Farbe. Diese Aura wird materialisiert und somit „Gedankensprünge beschleunigt. Schon „war of colours“ in Jerusalem und mehreren Stationen war für ihn Impuls und Beginn einer Serie zum Thema Globalisierung und Völkerverständigung.

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Immer wieder kehren Köpfe in seinen Arbeiten: Sie stehen für Beginn und Geburt. Mit der Performance in der Wiener Schau werden die Köpfe an Computerplatine – gedruckte Schaltkreise – angelehnt und an vier Museen in New York, London, Berlin und Moskau gesendet. Diese Anlehnung ist mystischer Natur: Als mythart-Vertreter steht laut hogen Reliquienvermehrung vor dem Hintergrund: Wann hat Materie zu leben begonnen? Gleichsam sind die erweiterten Platine Synonym für Öffnung und globale Vernetzung.