Polemos oder der Krieg der Farben

Der Tempel nicht nur als Ort der Kontemplation, sondern, wie das griechische Verb "peripatein" andeutet: als Ort des "Umhergehens" und des "Umherwandelns", um die Metamorphose eines Substantivs vor Augen zu halten: die Periode.

Die ausgestellten Exponate wagen einen Versuch: eine Archäologie der heutigen Zeit zu sein; ein Panoptikum, aus dem etwas herausragt: eine Form, die eines nicht will: mit der kunstgeschichtlichen Deutung und Terminologie zu ringen.

Eine Sprache, die vielleicht zulässig ist: die des Wunderns und des Staunens (Evokation). Eine Sprache, die eines nicht braucht, aber dennoch sucht: die Hermeneutik (Übersetzung). Hermes als Übermittler der Kunst und des Menschen, um etwas schier unmögliches zu vollbringen: die Verständigung.

Der Tempel, dessen Verständnis nicht nur die Sakralität und die Profanität vor Augen halten will, sondern die Säulen der Mythologie ständig im Gedächtnis verankern möchte. Eine Kunst, wie Aristoteles sagt, als "actus purus", als reiner Akt und reines Wirken.

Dazu bedarf es ebenso der "porta vitae", der Tür des Lebens. Die Türen werden stets geöffnet, um dem Geist und dem Hauch der Humanität Eintritt zu verschaffen.

Um das Palimpsest der Zeit und der Geschlechter vielleicht dorthin zu bringen: in das Fragment der Beständigkeit.

Text von
Mag. Frank-Emanuel Kreml