Jerusalem Ψ

Ein kleiner Streifzug durch die Geschichte einer Stadt, einer ganz besonderen Stadt,
der Heiligen Stadt.

wappen

Lage: 31°47 nördl. Breite, 35°13östl. Länge
Einwohner: 680.400 (Stand 1. Jänner 2003)
Fläche: 123 km²
Höhe: 606-826 m ü. NN

kirche

Jerusalem ist nachweislich eine der ältersten Städte der Welt und ist ca. seit 5000 Jahren durchgehend bewohnt. Benachbarte Orte sind Bethlehem und Beit Jala im Süden, Abu Dis im Osten und in einiger Entfernung, Ramallah, der Sitz der derzeitigen Palästinenserregierung, und das Grabmal des ersten palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat, im Norden.

Viertausend Jahre Geschichte, unzählige Kriege und schwerste Erdbeben, bei denen Häuser und Mauern zum Teil vollständig zerstört wurden, haben in der Topographie der Stadt ihre Spuren hinterlassen. Zwanzigmal wurde Jerusalem mit katastrophalen Folgen belagert. Zweimal völlig zerstört, achtzehnmal wiederaufgebaut, und außerdem erlebte es mindestens elfmal einen Wechsel von einer Religion zu einer anderen.

Urusalim, sum., semit. "Frieden", Jerusalem "Haus des Friedens"; auch Shalem, Shalom, Selim, Shalman, Shalmaneser, hebr. Yershalayim, lat. Hierosolyma. Der arabische Name der Stadt, al-Quds (" die Heilige"), kommt im späten 10. Jahrhundert erstmals vor.

In Jerusalem findet man eine große Anzahl von Religionen. Um einige zu nennen:
Jüdisch: Ultraorthodoxe, Orthodoxe, Gemäßigte, Reformer.
Christliche: Griechisch- Orthodoxe, Römisch-Katholische, Lutheraner, Protestanten, Armenier, Russisch- Orthodoxe, Georgisch- Orthodoxe, Äthiopier, Altkatholiken.
Muslimisch: Sunniten, Schiiten, Alawiten, Drusen.

Die Existenz von Jerusalem ist durch ägyptische Quellen seit dem 18. Jahrhundert v.Chr. belegt. Gegen Ende des 2. Jahrtausends gehörte die Stadt den Jebusitern. Nach dem Tode Sauls wurde David König und eroberte Jerusalem von den Jebusitern im Jahre 997 v.Chr.. Gab ihr den Namen Davidstadt, machte sie zum politischen sowie zum religiösen Zentrum des Israelitenreiches, auch brachte er die Bundeslade dorthin.

klagemauer

Sein Sohn König Salomo (um 969-930) erbaute einen Palast und den ersten Tempel für Jahwe. Nach Salomos Tod wurde Jerusalem die Hauptstadt des israelitischen Südreiches Juda. Königin Athalja (845-840) führte im Tempel den Baalskult ein und unter König Ahas (733-727) wurden auch assyrische Götter verehrt. Erst Hiskia (727-698) reinigte den Tempel und sicherte die Stadt durch Mauern und einen Tunnel zur Wasserversorgung. Josia machte 628 Jerusalem zur legitimen israelitischen Kultstätte. Um 587 v. Chr. Eroberte Nebukadnezar II. von Babylonien die Stadt und zertrümmerte den Tempel. Nach der Rückkehr der jüdischen Oberschicht wurde der Tempel 537-515 v. Chr. neu gebaut. 350 v.Chr. plündern vermutlich Perser Jerusalem. 320 v.Chr. Zerstörung durch Ptolemäus I. Soter. Nochmalige Zerstörung durch Antiochus Epiphanes, die Ausübung der jüdischen Religion wurde verboten. Die Makkabäer bauen den Tempel 165 v.Chr. wieder auf. Belagerung, Eroberung und weitgehende Zerstörung durch Pompeius im Jahre 63 v. Chr.. 40 v.Chr. wird Jerusalem von den Parthern erobert. 37. v. Chr. belagerte und zerstörte Herodes die Stadt. 20 v. - 63 n.Chr. baut er den zweiten Tempel wieder auf. Ca. 26- 30 n. Chr. lebte und wirkte Jesus Christus.
Unter der römischen Herrschaft von Vespasian wurde der zweite Tempel im Jahre 70 durch seinen Sohn Titus zerstört. Folglich ließ er als außergewöhnliches Ereignis, in seiner militärischen Karriere, in Rom einen Triumphbogen errichten, der bis heute am Südrand des Forums an der Via Sacra steht. Ein Relief an der Innenseite des Bogens zeigt die erbeuteten jüdischen Kultgegenstände: den siebenarmigen Leuchter, die silbernen Trompeten, den Tisch für die Schaubrote auf dem jene zwölf Fladen, die an jedem Sabbat "vor Gottes Angesicht" aufgelegt wurden. Offenbar waren sie unter all den Herrlichkeiten Roms ganz besonders bemerkenswert, denn man bewahrte sie sorgfältig auf und erinnerte sich noch vier Jahrhunderte nach der Verwüstung Roms durch die Vandalen, die es nach Karthago gebracht hatten. 132 n. Chr. Eroberung und Zerstörung durch Hadrian. Die neue Stadt wird in Aelia Capitolina umgetauft, die Juden wurden verbannt.

Die Anastasis (später bekannt unter dem Namen "Grabeskirche") wurde auf Konstantins Befehl über dem Grab Christi 335 eingeweiht. Zuvor stand an dieser Stelle ein Aphrodite-Tempel. 614 Eroberung und Plünderung Jerusalems durch die Perser. 628 Rückeroberung durch die Byzantiner unter Heraklius. 638 Einnahme durch die Araber unter Omar. Abd al-Malik errichtete das eindrucksvollste Bauwerk Jerusalems, den Felsdom (Fertigstellung 692). Eine Stelle im Koran besagt das der Prophet Mohammed während seiner nächtlichen Reise, von Mekka nach Jerusalem, von dort aus in den siebenten Himmel aufgestiegen war. Der Abaside Harum al-Raschid Herrscher des Kalifenreiches (Begründer des Reiches war der Prophet Mohamed) übergab Karl dem Großen an seinem Krönungstag 24.12 800 als Zeichen des Respekts, die Fahne der Stadt Jerusalem und die Schlüssel der Grabeskirche. Zu Pfingsten 966 wird die Grabeskirche das erstemal niedergebrannt. Das zweitemal wurde sie auf den Befehl des Kalifen al-Hakim am 28. September zerstört. Unter dem Kalifen al-Kaim 1048 fand der Wiederaufbau statt.

Die Eroberung der Heiligen Stadt durch die Kreuzritter unter Gottfried von Bouillon am 15. Juli 1099, wird wohl als die blutigste Periode Jerusalems eingeläutet. Es begann ein beispielloser Terror gegen Muslime und Juden. Die Überlebenden des Massakers wurden zur Gänze aus der Stadt vertrieben. Ihre Moscheen und Synagogen wurden vernichtet. Die Moschee auf dem Tempelberg wird zur christlichen Kirche umgewandelt. Auch das Orthodoxe Patriarchat verlässt die Stadt Richtung Konstantinopel.

Am 2. Oktober 1187 Rückeroberung durch die Moslems unter dem Ayyubiden Sultan Saladin von Ägypten. 1229 fiel die Heilige Stadt durch den Vertrag von Jaffa an die Christen zurück. Der Staufer Kaiser Friedrich II. bekam Jerusalem, Bethlehem und Nazareth. Die heiligen Stätten der Muslime blieben unangetastet. Es wurden auch Stadtmauern geschliffen, damit sie nicht mehr als Festungsmauern dienen konnten. Somit war die Stadt für viele Jahre feindlichen Angriffen von Nomaden ausgesetzt. Der Vertrag hielt zehn Jahre, danach brachen Kämpfe aus.

plan

1244 wurde die Heilige Stadt von Charismiern, einem Mongolenvolk heimgesucht. Ordnung kehrte erst unter den ägyptischen Mamelucken ein. In diese Zeit fällt auch die Vierteilung der Stadt. Das muslimische, das christliche, das jüdische und das armenische Viertel. Ab 1517 gehörte Jerusalem zum osmanischen Reich. Sultan Süleyman II. der Prächtige (1520-1566) baute das größte weltliche Bauwerk, die Festungsmauer wieder auf. 1808 Brand der Grabeskirche. 1831 Besetzung durch die Ägypter. 1840 wieder Besetzung durch die Türken.

Die Briten unter General Edmund Allenby erobern Jerusalem. 1921, 1929 und 1936 arabische Unruhen und Ausschreitungen. 1948 Krieg und Belagerung durch die Jordanier des jüdischen Teils Jerusalems. 1948 - 1967 Westjerusalem wird die Hauptstadt Israels. Jordanien annektiert Ostjerusalem. 1967 Israel annektiert das jordanische Ostjerusalem und seine unmittelbare Umgebung. 1969 Feuer in der Al-Achsa-Mosche.

1977 kommt Sadat zu Besuch, um Friedensgespräche zwischen Arabern und Israelis zu führen. 1985 Pläne, den Tempelberg zu sprengen werden verhindert. 1987 Beginn der Intifada. Ab 30. Oktober 1991 Nahost - Friedenskonferenz in Madrid. 26. Oktober 1994 jordanisch- israelischer Friedensvertrag. Am 4. November 1995 wird der Ministerpräsident Jitzchak Rabin von einem israelischen Extremisten ermordet. 1996 Benjamin Netanjahu wird Ministerpräsident. 1999 Ehud Barak wird Ministerpräsident. 9. März 2000 Abkommen von Scharm el-Scheich, Israel übergibt weitere Gebiete an die Palästinenser.

Der Nahost Gipfel in Camp David Juli 2000, bleibt ohne Ergebnis. 28. September besucht Ariel Scharon, der bei den Palästinensern nicht beliebt ist, den Tempelberg. ( worauf er für Nichtmoslems unzugänglich wird) Auf diese Provokation hinaus bricht die zweite Intifada aus. ( al-Aqsa-Intifada) Am 31. August wird überraschend Mosche Katzaw Israels neuer Staatspräsident. Am 6. Februar 2001 wird Ariel Scharon wird Ministerpräsident.

Von da an beginnen sich die Ereignisse zuzuspitzen. Auf beiden Seiten werden Anschläge verübt. Die Lage verschlimmert sich dramatisch. Auswege werden nicht angenommen. Der Weg des Friedens wird verlassen. Das Gesetz aus dem alten Testament scheint wieder aktiv zu sein (Auge um Auge, Zahn um Zahn). Die Grundidee, die von dieser außergewöhnlichen Stadt ausgeht, ist Frieden. Doch die Menschen scheinen es nicht zu begreifen. Jerusalem verbirgt ein enormes Potential das es gilt zu nutzen. Diese Stadt gehört der gesamten Menschheit.

... umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie. (Offenbarung 20,9)

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen... (Offenbarung 21,2)


Text von michele van hogen